Internationale Betriebsrenten: In vielen Konzernen fehlt die Transparenz

Internationales Risikomanagement für Altersversorgungssysteme


In vielen Konzernen fehlt die Transparenz


Aon Hewitt und American Benefits Institute stellen Benefits Governance Studie vor



Mülheim/Ruhr – International tätige Konzerne sehen sich zunehmend mit steigenden Kosten und erhöhten Risiken konfrontiert, die aus den globalen Benefits-Programmen für die Mitarbeiter entstehen. Insbesondere die Leistungen für die betriebliche Altersversorgung verursachen oft beträchtliche operative Kosten – und belasten die Bilanzen der Unternehmen.

Allerdings überlassen immer noch zu viele Konzerne die Gestaltung und Risikobeurteilung von Altersversorgungssystemen ihren lokalen Tochtergesellschaften. Dadurch sind die Belastungen und Risiken häufig nicht ausreichend transparent und können nicht adäquat gesteuert werden.

Dies ist eines der Ergebnisse der „Global Benefits Governance and Operations Study“. Das Beratungsunternehmen Aon Hewitt und das American Benefits Institute haben für die aktuelle Studie mehr als 200 multinational tätige Unternehmen befragt.

Ein weiteres Resultat der Studie: 70 Prozent der Unternehmen haben zwar bereits eine Form von Unternehmensleitlinien und Kontrollmechanismen eingeführt. Die Umsetzung scheitert jedoch häufig daran, dass dem Management der befragten Unternehmen keine verlässlichen und transparenten Informationen und vor allem kein kontinuierliches Reporting über den Status der Benefit-Programme vorliegen.

„Zum einen fehlt es in vielen multinationalen Unternehmen an klaren Vorgaben und wirksamen Kontroll- und Steuerungsstrukturen im Hinblick auf die weltweite Gestaltung und Handhabung von Benefits“, erläutert Bart Breemans, Partner bei Aon Hewitt und Leiter des Bereichs „International Retirement & Investment“. „Entscheidungshoheit haben häufig die lokalen Einheiten, dadurch können sich für die Muttergesellschaften beträchtliche Risiken ergeben. Zum anderen sind den Muttergesellschaften die bestehenden Regelungen und zwischenzeitlich eintretenden Änderungen in den einzelnen Ländern nicht immer im Detail bekannt.“

Von den befragten Unternehmen kommen 14 aus Deutschland, darunter neun der DAX30- Unternehmen und weitere große, international agierende Unternehmen. „Volatile Märkte, steigende Kosten, Wettbewerbsdruck und regelmäßige Änderungen der gesetzlichen Vorschriften verstärken den Trend in Unternehmen, ihre Benefits-Programme zentral auf Konzernebene zu managen.“, erklärt Breemans. „Solange hierfür zuverlässige Informationen nicht verfügbar sind und operative Strukturen fehlen, müssen Unternehmen nach wie vor damit leben, vorhandene Risiken nicht frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig eingreifen zu können.“

Der Studie zufolge zeichnen sich Unternehmen, die ihre Benefits-Programme optimal steuern und kontrollieren, durch folgende Vorgaben aus:

  • Die Konzernbereiche HR und Finanzen haben Zugriff auf alle Daten und Informationen der lokalen Benefits-Programme weltweit.
  • Die Unternehmen kennen und verstehen die Kosten und Risiken ihrer Benefits-Programme im Detail.
  • Es bestehen klar definierte Regularien und Verfahrensweisen für das Risikomanagement.
  • Für die Steuerung der Benefits-Programme existieren Unternehmensstrukturen mit eindeutig zugewiesenen Rollen und Verantwortlichkeiten sowohl auf lokaler und regionaler Ebene als auch in der Konzernzentrale,
  • Risiken werden kontinuierlich überwacht und reportet.

Aon Hewitt hat auf Basis der Studienergebnisse einen Global-Retirement-Management-Ansatz entwickelt. Er ermöglicht international tätigen Unternehmen eine erste Bestandsaufnahme ihrer Benefits- und Altersversorgungssysteme, um diese dann für eine laufende Steuerung und Risikobeurteilung einzusetzen.

Der Ergebnisreport der „Global Benefits Governance and Operations Study“ kann hier heruntergeladen werden.