Weiterhin auf dem Vormarsch: Nebenleistungen des Arbeitgebers

Aon Hewitt-Studie zu Benefits und HR-Richtlinien in Europa


München – Personalverantwortliche erkennen weiterhin die steigende Relevanz von Vergütungs-Nebenleistungen und transparenten HR Richtlinien. Die vierte Aon Hewitt Studie zum Thema „Benefits und HR Policy“ zeigt, dass dies nicht nur in Deutschland der Fall ist, sondern europaweit. 73 Prozent der deutschen Teilnehmer räumen Nebenleistungen eine mittlere bis hohe Priorität im Leistungspaket für ihre Mitarbeiter ein. Es zeichnet sich ein Trend ab, dass der Stellen-wert von Nebenleistungen auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird, denn über die Hälfte der Unternehmen möchte Änderungen in diesem Bereich vornehmen. Die beliebtesten Benefits blei-ben hierbei der Firmenwagen, Kantinen sowie Essenszuschläge und nicht zuletzt Weiterbildungs-maßnahmen. Mit diesen Sachzuwendungen wollen Unternehmen Mitarbeiter weiterhin anziehen und halten.

Trotz der stetigen Erweiterung von Nebenleistungen fehlt es den Unternehmen an nachhaltiger und transpa-renter interner Kommunikation. Mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter verstehen nur teilweise, welche Neben-leistungen ihr Unternehmen überhaupt anbietet. Zudem können über die Hälfte von ihnen nicht nachvollzie-hen, wie hoch der Wert dieser für sie ist. Ein Ergebnis, das Marco Reiners, Leiter des Bereichs Reward für die DACH-Region bei Aon Hewitt, bestätigt. „Sind einem Mitarbeiter die Nebenleistungen seines Unterneh-mens unbekannt, kann er den Wert dieser weder ein- noch das Angebot wertschätzen. Wie bereits in unse-rer Studie aus 2013 festgestellt, haben hier viele Unternehmen großen Nachholbedarf“, so Reiners. „Ledig-lich 17 Prozent der Unternehmen wirken diesem Problem mit individualisierten Total Rewards Statements für ihre Mitarbeiter bereits entgegen.“ Dass die Relevanz der Nebenleistungen von Unternehmen erkannt wird, zeigen auch die Budgets, die Studienteilnehmer für ihre Programme einplanen. Fast 40 Prozent der Unter-nehmen sehen vor, ihre Budgets für Nebenleistungen zu erhöhen und legen damit eine gute Grundlage für den von ihnen prognostizierten Veränderungswillen.

Kinderbetreuung und Sabbaticals gewinnen an Relevanz
Zwei Bereiche, die sich seit einigen Jahren in ihrer Entwicklung von anderen abheben, sind die Kinderbe-treuung sowie die Option auf ein Sabbatical. Im Hinblick auf Kinderbetreuung werden Eltern oft bei der Su-che nach Einrichtungen zur Kinderbetreuung oder durch Zuschüsse finanziell unterstützt. 36 Prozent der befragten Unternehmen haben eine firmeneigene Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiter. Sabbaticals bieten mittlerweile fast 70 Prozent der Arbeitgeber an, mit unbezahltem Urlaub als gängigstem Modell.

Im Fokus bleiben Flexibilität, Firmenwagen und Verpflegung
Auch in 2015 blieben flexible Arbeitszeitmodelle, Firmenwagen und Nebenleistungen im Bereich Verpflegung die drei Kernbereiche, in die Unternehmen für ihre Mitarbeiter investieren. Die Option für Arbeitnehmer, von zu Hause zu arbeiten, wird von der Mehrheit der Unternehmen angeboten – bei über der Hälfte der Teilneh-mer wird dies individuell vereinbart. Firmenwagen stellen weiterhin die wichtigste Nebenleistung dar, wobei der ökologische Aspekt nicht zuletzt durch CO2-Auflagen einen immer höheren Stellenwert erhält. Auch von Nebenleistungen im Zusammenhang mit Verpflegung lassen sich Arbeitgeber nicht abbringen: 91 Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eine Form von Verpflegungsleistung an – sei es über eine sub-ventionierte Kantine, Restaurantgutscheine oder Getränke im Büro.

Über die Studie
Die Studie von Aon Hewitt gibt detaillierten Einblick in die aktuelle Praxis der Gestaltung von Nebenleistun-gen und HR-Richtlinien. Berücksichtigt sind Daten von 142 Unternehmen in Deutschland. Neben Deutsch-land wurde die Studie auch in Frankreich, Großbritannien, Irland, Österreich und der Schweiz durchgeführt.